Vergleich Islam und Judentum

Dies soll ein kurzer Vergleich von Gemeinsamkeiten und Unterschieden dieser beiden Religionen sein. Da der andere Thread nicht direkt zum Thema passt, wenngleich man durchaus die Wurzeln des Christentums im Volk Israel suchen kann, habe ich einen neuen Thread dazu geöffnet.

Das Judentum baut auf der schriftlichen Thora, den mündlichen Überlieferungen und den Lehren der Rabbiner (Mischna, Talmud) auf. Auch Psalmen und die Offenbarungen einiger Propheten werden anerkannt. Die Thora (Bücher Moses), Israels Geschichtsbücher, Bücher der Weisheit und Prophetenbücher nennt man zusammengefasst Tanach. Die Christen bezeichnen dies als "Altes Testament".

Im Islam („Hingabe“) wird nicht zwischen den Gesandten und Offenbarungen unterschieden. So gilt die Thora uns Muslimen als heilig. Ebenso die Psalmen Davids (Friede sei mit ihm) und das Evangelium Jesu (Friede sei mit ihm). Allerdings in ihrer ursprünglichen Fassung, da die heutige Thora und das Evangelium aus islamischer Sicht verändert wurde. Dennoch kann man noch heute in der hl. Schrift der Juden und Christen das Licht der Wahrheit erkennen. Denn man liest darin z.b.: Höre Israel: Der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig…

Moses (Friede sei mit ihm) wird auch bei uns als einer der größten gesetzgebenden Propheten betrachtet. Die Halacha (das jüdische Gesetz) und die Shariah haben viele Gemeinsamkeiten. Das kaschruth der Juden ähnelt dem islamischen halal. Z.b. das Schächten, Schweinefleisch- und Raubtierfleischverbot, die Gebote für die Monatsregel der Frau, die rituelle Reinigung (Wudhu, Ghusl), die Armenabgabe, die Abgabe des zehnten Teils bei den Juden, … Auch das rituelle Gebet gemäß Thora und Mischna ähnelt den islamischen Pflichtgebeten. Juden glauben ebenso wie Muslime an Allah als einzigen Schöpfergott. Allah bzw. aram. Elah ist der Gott Abrahams, Isaaks und Ismaels (Friede sei mit ihnen allen). Ismael ist der Stammvater von Muhammad (Friede und Heil sei auf ihm). Alle Propheten waren Muslimuun (Gottergebene).

Die islamische Position zum Thema Judentum ist klar. Der Quran betrachtet Juden als Ahli Kitab (Menschen der Schrift). Damit als geschützte Gruppe, mit Recht auf freie Religionsausübung, Synagogen, etc. in einem islamischen Staat. Ihr Essen/geschächtetes Fleisch ist den Muslimen halal. Ebenso ist es gemäß dem Quran erlaubt, dass ein Muslim eine gläubige Jüdin bzw. Christin heiratet.

Trotzdem gibt es Unterschiede: Z.B. So werden z.b. Jesus und Muhammad (Friede sei mit ihnen) als Gottesgesandte vom Judentum nicht akzeptiert. Aus islamischer Sicht wurde das Prophetentum durch Muhammad (Friede sei mit ihm) vervollkommnet und der Quran zum Wegweiser für die gesamte Menschheit. Moses und Jesus (Friede sei mit ihnen) waren dazu berufen, zum Volk Israel zu predigen und sie die Thora, die Weisheit und das Evangelium zu lehren. Doch nun, mit dem Erscheinen des letzten Propheten, sind alle Völker dazu aufgerufen, dem Herrn, dem einzigen Gott zu erkennen und ihm zu dienen.

Das Bestehen verschiedener Ansichten hindert nicht am respektvollen, korrektem Umgang untereinander. Denn Allah fordert Gerechtigkeit und zu Ihm ist die Rückkehr und er wird über das richten, worüber die Menschen uneins sind.